Christkindlwallfahrt Ringelai

Christkindlwallfahrt Ringelai

Die Christkindlwallfahrt in Ringelai ist die einzige ganz Deutschlands. In der Pfarrkirche hängt das Gnadenbild, zu dem an einem Dezemberwochenende die Pfarrei eine Wallfahrt organisiert. Seit der Erbauung unserer Pfarrkirche in den Jahren 1919/20 hängt das Gnadenbild des sogenannten „Christkindl von Rinoglay“ in unserer Pfarrkirche.
Die Gottesmutter Maria steht anbetend mit gefalteten Händen vor dem Christkind, das auf einem mit einer Prunkdecke verzierten Strohbett liegt. Dieses Bild birgt gleich mehrere Geheimnisse in sich bei dessen Aufdeckung eine ungarische Ordensschwester aus dem Altenheim Neidberg maßgeblich geholfen hat:
Es ist die Kopie eines Originals mit geheimnisvoller Herkunft. Wundersamt ist auch der Anlass der Fertigung dieser Kopie. Abenteuerlich war der Weg des Originals, aber auch der Kopie in das frühere Michaelikirchlein und schließlich in die heutige Pfarrkirche.
Das Original dieses Bildes nahm der irische Bischof Walter Lynch im Jahre 1649 auf der Flucht vor der Katholikenverfolgung von Irland mit über Brüssel nach Wien. Von dort aus gelangte es über Bischof Janos Püsky aus Raab in die dortige ungarische Domkirche.
48 Jahre danach im Jahre 1697 geschah etwas Wunderbares:
Am 17. März, dem Tag des hl. Patrick, des Nationalheiligen Irlands, flossen drei Stunden lang blutige Tränen aus den Augen der Mutter Gottes auf diesem Bild in Raab. Ein Tuch, von den Tränen Mariens getränkt, wird heute noch im Dom zu Raab, dem heutigen Györ aufbewahrt und alljährlich am 17. März zur Verehrung gezeigt.
Genaue Nachforschungen in den Kirchenbüchern über unser Bild haben folgendes ergeben: Bereits im Jahre 1747 wurde in Ringelai das „Michaelikirchlein“ erbaut. Grundherren waren damals die Urleinsberger, die auch Besitzungen in Ungarn hatten. Jakob von Urleinsberger war tief beeindruckt vom Tränenwunder in Raab (Györ) und gründete deshalb eine Marienbruderschaft. Als 1747 das Michaelikirchlein geweiht wurde, stiftete er warscheinlich für das Kirchlein eine gemalte Kopie des Gnadenbildes von Raab. Noch im selben Jahr setzten die Wallfahrten zum „Christkindl von Ringolay“ ein. Das Bild ist mit einer lateinischen Inschrift signiert, die niemand entziffern kann. Lediglich die Jahreszahl 1697 konnte in dieser Inschrift entdeckt werden. Dies weist wieder auf das Tränenwunder in Raab hin.
Es wird angenommen dass erst später als die Wallfahrten einsetzten als unserem Marienbild nachfolgende Zeile am unteren Bildrand angefügt wurde:
„O Christkindlein von Ringolay, steh uns in allen Nöten bei“.
Zum lieben Christkindl von Ringolay pilgerten schon vor Jahrhunderten die Bewohner unserer Waldheimat und fanden bei ihm allezeit Hilfe in ihren Anliegen.
Pfarrer Matthias Siglmüller ließ allerdings das Bild restaurieren und stellte es am 24.12.1937 in der Pfarrkirche Ringelai auf. Die Tradition der „Christkindl-Wallfahrt“ wurde in dieser Mettennacht wieder aufgenommen. Im Wirrwar der Kriegsjahre verschwanden Bild und Wallfahrt wieder aus dem Gedächtnis der Menschen.
Erst im Jahre 1994 wurde die Tradition der „Christkindl-Wallfahrt“ in Ringelai wieder mit neuem Leben erfüllt. Seitdem pilgern die Leute am 3. Advent wieder mit ihren Anliegen zu diesem Muttergottesbild mit seiner geheimnisvollen Geschichte.
 Nach dem besinnlichen Pilgern kann man sich bei dem heimatlichen Christkindlmarkt mit dem ein oder anderen Glühwein aufwärmen.
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Christkindlwallfahrt Ringelai
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Christkindlwallfahrt Ringelai
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